Die Erde ist unsere bunte Spielwiese, unser Zuhause und unsere Lebensgrundlage. Von ihr bekommen wir Nahrung und alle Ressourcen, die wir zum Leben brauchen. Mensch und Umwelt sind ein Team – eigentlich. Denn das Bewusstsein dieser symbiotischen Beziehung ist in unserer Konsumgesellschaft leider überwiegend verloren gegangen und wir leben nicht mehr nachhaltig.

Müll in den Meeren, industrielle Massentierhaltung, pestizidbelastete Böden, Artensterben, verschmutzte Atemluft – es gibt heute viele extreme Symptome dieser Entfremdung. Doch das Verrückte daran ist: Die vom Menschen gemachte Zerstörung der Umwelt ist echte Selbstzerstörung. Warum gehen wir uns eigentlich selbst an den Kragen, wenn Nachhaltigkeit so erfüllend sein kann und Umweltschutz uns selbst schützt?

Eine Wahrheit ist: Wir leben in einer komplexen Welt mit dicht vernetzten Strukturen. Oft wissen wir nicht, welche großen Auswirkungen unsere täglichen Entscheidungen haben – wie ein kleiner Tropfen, der Wellen im ganzen See erzeugt. Darum liegt es in unserer Verantwortung, uns zu informieren und es ist ein echtes Privileg, sich heute für ein nachhaltiges Leben entscheiden zu können.

Wir sind davon überzeugt: Nachhaltigkeit bedeutet Gewinn für alle, ist einfacher, als viele denken und macht außerdem noch Spaß. Wenn wir heute schon unseren Kindern beibringen, die Natur zu achten und sie zu schützen, versteht sich die neue Generation wieder als Teil des Ökosystems.

Dafür gehen wir! Los geht’s mit dem Projekt Zukunftsfähigkeit.

Nachhaltig leben mit den 3 Säulen der Nachhaltigkeit

Das Wort Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde. Und das ist richtig gut so. Aber was ist Nachhaltigkeit eigentlich genau? Und wie können wir als Individuum und als Gesellschaft nachhaltig leben?

Einfach ausgedrückt: Wer nachhaltig denkt, denkt an die Zukunft. Der Duden beschreibt sie als „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.“ Tatsächlich gibt es viele Interpretationen und Deutungen des Wortes. Sie unterscheiden sich oft je nach Interessengruppe wie Wirtschaft oder Politik.

Wichtig zu verstehen ist, dass sich Nachhaltigkeit nicht nur auf die Umwelt bezieht, sondern auf viele Lebensbereiche. Ein bekanntes Modell ist das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, bei dem sich Ökologie, Ökonomie und Soziales gegenseitig bedingen und zusammen gedacht werden:

Ökologie: Alle Ressourcen dürfen nur in dem Maß beansprucht werden, in dem sie sich wieder regenerieren können. Ökologische Nachhaltigkeit bedeutet z. B. auch Klimaschutz, Artenschutz oder geringere Pestizidbelastung beim Anbau.

Ökonomie: Die Wirtschaft soll so arbeiten, dass nachfolgende Generationen keinen Schaden davon nehmen. Nachhaltige Ökonomie bedeutet, nicht über die eigenen Verhältnisse zu leben und äußert sich in Unternehmen z. B. durch langfristige Strategien, faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz durch die Firma.

Soziales: Gesellschaftliche Konflikte sollen minimiert und Frieden soll sichergestellt werden. Bei der sozialen Nachhaltigkeit steht der Mensch im Fokus. Es geht z. B. um Bildung für alle, Armutsbekämpfung und die Gleichstellung von Frau und Mann.

Umweltschutz in der Praxis

So viel zur Theorie. Aber wie lässt sich Nachhaltigkeit in die Praxis übertragen? Da sie eigentlich alle Bereiche des Lebens berührt, gibt es viele Möglichkeiten. Ein heute ganz zentraler Punkt ist nachhaltiger Konsum, denn mit unseren Kaufentscheidungen haben wir eine immense Kraft und können richtig viel für eine zukunftsfähige Gesellschaft bewirken.
Nachhaltiger Konsum heißt z. B. Dinge zu kaufen, die eine lange Nutzungsdauer haben, die möglichst aus natürlichen Ressourcen bestehen und die sich später wieder ins Ökosystem einbetten (wie durch Recycling). So können sich Eltern z. B. für Öko-Windeln ohne Plastik oder Stoffwindeln entscheiden. Nachhaltige Produkte erzeugen einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck. Außerdem macht es Sinn, Produkte von Unternehmen zu kaufen, die für ihre Mitarbeitenden faire Arbeitsbedingungen schaffen oder die ihre Rohstoffe möglichst regional einkaufen.

Es lohnt sich für alle, die eigenen Lebensentscheidungen zu reflektieren und wenn nötig an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Fakt ist: Wenn Unternehmen, die die Erde ausbeuten, die Kundinnen und Kunden ausgehen, dann werden sie ihr Angebot über kurz oder lang anpassen.

Auch den kommenden Generationen muss eine Erde bleiben, auf der sie gesund und glücklich Leben können – mit frischer Luft zum Atmen, biologischem Essen, sauberem Trinkwasser und grünen Wäldern. Und es geht nicht nur um das Wohl unserer Kinder, sondern auch um das Wohl der Tiere, Böden, Meere und Pflanzen. Ein wichtiger Schlüssel dazu ist es, heute schon die Kleinsten beim Projekt Zukunftsfähigkeit mit an Bord zu holen.

Kinder schützen, Kinder sensibilisieren

Kinder haben das Recht, in einer gesunden und intakten Umwelt aufzuwachsen. Laut einer Studie des Kinderhilfswerks terre des hommes werden Babys heute allerdings schon mit Giftstoffen im Körper geboren. „90 % aller Kinder weltweit sind gesundheitsschädlichen Partikeln in der Luft ausgesetzt, die weit über den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation liegen“, heißt es hier. Und etwa 97 % der 3- bis 17-Jährigen in Deutschland haben Substanzen im Blut, die aus Plastik stammen.

Es ist die Aufgabe der Eltern und der ganzen Gesellschaft, Kinder zu schützen, denn sie sind schlichtweg verwundbarer als Erwachsene. Im Mutterleib und in den ersten Lebensjahren wird der Grundstein für die Gesundheit eines Kindes gelegt. Nicht nur über die Luft, auch über das Wasser, die Nahrung und synthetische Produkte wie Kleidung und Spielzeug werden Giftstoffe aufgenommen. Die gesundheitlichen Folgen sind dramatisch. Laut der Studie können viele Umweltgifte u. a. das Nervensystem schädigen oder Gehirnentwicklung und Wachstum beeinträchtigen.

Heute schaffen wir die Grundlage für unsere nachhaltige Zukunft und für nachfolgende Generationen. Wenn wir Kinder von klein auf dafür sensibilisieren, im Einklang mit der Umwelt zu leben und den Planeten, den wir unser Zuhause nennen, zu schützen, wachsen sie mit einer neuen Wertschätzung für alles Lebendige auf.

Eines Tages wird sich die Frage nicht mehr stellen, ob wir Bio-Nahrungsmittel oder pestizidbelastetes Essen kaufen, ob wir zu unverpackten Produkten oder denen eingewickelt in Einmal-Plastik greifen, oder ob wir uns für das Kleidungsstück aus fairer Produktion oder das aus Kinderarbeit entscheiden – daran glauben wir. Nachhaltigkeit ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und es liegt an uns, mit unseren cleveren Entscheidungen jeden Tag dazu beizutragen, dieses nachhaltige Bild der Zukunft Schritt für Schritt weiter Wirklichkeit werden zu lassen.

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